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Ausbildungsrahmenplan und betrieblicher Ausbildungsplan – wo liegt der Unterschied?

Autorenbild: Sabrina Ohletz
Sabrina Ohletz
vor 3 Minuten
3 Min. Lesezeit

Meisterwissen – Teil IV: Ausbildung richtig planen und gestalten


Ausbilder und Auszubildender besprechen den betrieblichen Ausbildungsplan auf Grundlage des Ausbildungsrahmenplans.

Wer im Handwerk ausbildet, übernimmt Verantwortung für die berufliche Zukunft junger Menschen. Damit Auszubildende alle notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten erlernen, braucht es eine klare Struktur. Zwei wichtige Instrumente sind dabei der Ausbildungsrahmenplan und der betriebliche Ausbildungsplan.

Doch worin unterscheiden sie sich eigentlich? Und warum sind beide für eine erfolgreiche Ausbildung notwendig?


Der Ausbildungsrahmenplan – die verbindliche Grundlage

Der Ausbildungsrahmenplan ist Bestandteil der jeweiligen Ausbildungsordnung eines anerkannten Ausbildungsberufs. Er legt fest, welche beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten während der Ausbildung vermittelt werden sollen.

Dabei gibt er eine sachliche und zeitliche Gliederung vor. Das bedeutet: Er beschreibt sowohl die Ausbildungsinhalte als auch deren vorgesehene zeitliche Einordnung.


Ein Beispiel aus dem Friseurhandwerk:

Während der Ausbildung müssen unter anderem Kenntnisse und Fertigkeiten in der Haar- und Kopfhautpflege, beim Haarschneiden sowie in der Kundenberatung vermittelt werden.


Welche Inhalte vorgeschrieben sind, ergibt sich aus der Ausbildungsordnung und dem dazugehörigen Ausbildungsrahmenplan.

Der Ausbildungsrahmenplan stellt damit sicher, dass die wesentlichen Ausbildungsinhalte unabhängig vom jeweiligen Ausbildungsbetrieb vermittelt werden.


Der betriebliche Ausbildungsplan – die praktische Umsetzung

Jeder Ausbildungsbetrieb hat andere Arbeitsabläufe, Schwerpunkte und organisatorische Voraussetzungen.

Genau hier kommt der betriebliche Ausbildungsplan ins Spiel.

Er wird vom Ausbildungsbetrieb auf Grundlage des Ausbildungsrahmenplans erstellt und überträgt dessen Vorgaben auf den konkreten Ausbildungsalltag.


Dabei werden insbesondere folgende Fragen beantwortet:

  • Welche Ausbildungsinhalte werden wann vermittelt?

  • In welcher Abteilung oder an welchem Arbeitsplatz findet die Ausbildung statt?

  • Wer übernimmt die Vermittlung der jeweiligen Inhalte?

  • Welche praktischen Tätigkeiten und Aufgaben eignen sich dafür?

  • Wie werden Berufsschule und gegebenenfalls überbetriebliche Ausbildungsmaßnahmen berücksichtigt?


Ein Beispiel aus dem Friseursalon:

Der Ausbildungsrahmenplan sieht vor, dass Auszubildende Fertigkeiten zur Kundenberatung erwerben.

Im betrieblichen Ausbildungsplan könnte dazu festgelegt werden, dass die Auszubildenden zunächst Beratungsgespräche beobachten, anschließend unter Anleitung durchführen und schließlich zunehmend selbstständig übernehmen.

So wird aus einer allgemeinen Ausbildungsanforderung eine konkrete betriebliche Lernaufgabe.


Ausbildungsrahmenplan und betrieblicher Ausbildungsplan im direkten Vergleich

Ausbildungsrahmenplan

Betrieblicher Ausbildungsplan

Bestandteil der Ausbildungsordnung

Wird vom Ausbildungsbetrieb erstellt

Für den jeweiligen Ausbildungsberuf bundesweit einheitlich

Auf die betrieblichen Abläufe abgestimmt

Legt Inhalte und zeitliche Richtwerte fest

Plant konkrete Aufgaben, Lernorte und Zeiträume

Grundlage für die betriebliche Planung

Instrument für die praktische Durchführung

Merksatz: Der Ausbildungsrahmenplan legt fest, was vermittelt werden muss. Der betriebliche Ausbildungsplan beschreibt, wann, wo und wie der Betrieb diese Inhalte vermittelt.


Darf der betriebliche Ausbildungsplan vom Ausbildungsrahmenplan abweichen?

Ja, in einem gewissen Rahmen.

Die zeitliche Reihenfolge einzelner Ausbildungsinhalte kann an betriebliche Besonderheiten angepasst werden, soweit die jeweilige Ausbildungsordnung dies zulässt.


Beispielsweise kann es sinnvoll sein, bestimmte Tätigkeiten früher oder später zu vermitteln, weil entsprechende Aufträge oder betriebliche Abläufe dies erfordern.

Wichtig ist jedoch, dass die verbindlichen Ausbildungsinhalte vollständig vermittelt werden und das Ausbildungsziel erreicht wird.


Ein Ausbildungsbetrieb darf also nicht einfach vorgeschriebene Inhalte weglassen, nur weil diese im Tagesgeschäft selten vorkommen.


Warum ist eine gute Ausbildungsplanung so wichtig?

Ein durchdachter betrieblicher Ausbildungsplan bietet Vorteile für beide Seiten.


Für Ausbildungsbetriebe:

  • Ausbildungsinhalte lassen sich gezielt organisieren.

  • Zuständigkeiten und Abläufe werden transparenter.

  • Lernfortschritte können besser überprüft werden.

  • Fehlende Ausbildungsinhalte werden frühzeitig erkannt.


Für Auszubildende:

  • Sie erhalten Orientierung über den Ausbildungsverlauf.

  • Lernziele und Anforderungen werden nachvollziehbar.

  • Sie können ihre persönliche Entwicklung besser einschätzen.

  • Die Vorbereitung auf Prüfungen wird systematischer.


Der Ausbildungsplan sollte deshalb nicht nur zu Beginn der Ausbildung erstellt und anschließend abgeheftet werden. Er ist ein Arbeitsinstrument, das regelmäßig mit dem tatsächlichen Ausbildungsfortschritt abgeglichen werden sollte.


Meisterprüfung Teil IV: Ein wichtiges Prüfungsthema

Die Planung einer Ausbildung ist ein zentraler Bestandteil der berufs- und arbeitspädagogischen Eignung.


Wer die Meisterprüfung Teil IV beziehungsweise die Ausbildereignungsprüfung (AEVO) ablegen möchte, sollte deshalb den Unterschied zwischen Ausbildungsrahmenplan und betrieblichem Ausbildungsplan sicher erklären können.

Dabei geht es nicht nur darum, Begriffe auswendig zu lernen. Entscheidend ist, die Vorgaben in konkrete betriebliche Ausbildungsmaßnahmen übertragen zu können.


Gerade bei der Erstellung von Ausbildungskonzepten und der Planung von Unterweisungen ist dieses Wissen hilfreich.


Fazit: Ein Ziel, zwei unterschiedliche Aufgaben

Der Ausbildungsrahmenplan und der betriebliche Ausbildungsplan gehören unmittelbar zusammen.

Während der Ausbildungsrahmenplan die verbindlichen fachlichen Grundlagen vorgibt, macht der betriebliche Ausbildungsplan daraus eine strukturierte und nachvollziehbare Ausbildung im eigenen Betrieb.

Eine gute Ausbildung entsteht nicht zufällig – sie beginnt mit einer guten Planung.


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